Nachhallzeit im Büro: Was DIN 18041 und ASR A3.7 vorschreiben – Richtwerte, Messung und Maßnahmen

Büro mit Quiet Please Akustikpaneelen an Wand und Decke zur Reduzierung der Nachhallzeit.

Die kurze Antwort: Für Büroräume gelten in Anlehnung an die DIN 18041 Nachhallzeiten von etwa 0,5 bis 0,8 Sekunden als optimal. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“ macht raumakustische Anforderungen für Arbeitgeber praktisch verbindlich. Erreicht wird der Zielwert über ausreichend schallabsorbierende Fläche – als Faustformel gilt: Raumlänge × Raumtiefe × Raumhöhe ÷ 10 = benötigte Quadratmeter Akustikpaneele. In diesem Ratgeber findest du die Richtwerte für alle Raumtypen, die wichtigsten Normen verständlich erklärt und konkrete Maßnahmen, mit denen du die Vorgaben erfüllst.

Warum die Nachhallzeit über Produktivität entscheidet


Die Nachhallzeit beschreibt, wie lange ein Schallereignis in einem Raum hörbar bleibt – genauer: wie viele Sekunden es dauert, bis der Schalldruckpegel um 60 Dezibel abgefallen ist. Treffen Schallwellen auf harte Flächen wie Beton, Glas oder glatte Tische, werden sie reflektiert statt absorbiert. Das Ergebnis kennt jeder aus modernen Büros: Gespräche hallen nach, Telefonate stören den ganzen Raum, und schon zwei parallele Unterhaltungen lassen den Geräuschpegel kippen. Eine zu lange Nachhallzeit ist dabei kein reines Komfortproblem. Schlechte Sprachverständlichkeit zwingt zu höherer Sprechlautstärke, der Grundpegel steigt weiter – ein Teufelskreis, der nachweislich Stress erzeugt, Konzentration kostet und Meetings anstrengender macht als nötig. Genau deshalb existieren in Deutschland verbindliche Regeln und Normen für die Raumakustik am Arbeitsplatz.

DIN 18041: Die maßgebliche Norm für Hörsamkeit in Räumen


Die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ ist die zentrale deutsche Norm für Raumakustik. Sie definiert, welche Nachhallzeit ein Raum abhängig von seinem Volumen und seiner Nutzung haben sollte, und unterscheidet dabei zwei Raumgruppen:


• Raumgruppe A – Räume, in denen Sprache oder Musik über größere Entfernungen verstanden werden muss: Unterrichts- und Konferenzräume, Aulen, Veranstaltungssäle. Hier gibt die Norm konkrete Soll-Nachhallzeiten in Abhängigkeit vom Raumvolumen vor.


• Raumgruppe B – Räume, in denen Kommunikation über kurze Distanz stattfindet oder in denen vor allem Lärm reduziert werden soll: Büros, Empfangsbereiche, Kantinen, Flure. Hier empfiehlt die Norm ein Mindestverhältnis von Absorptionsfläche zu Raumvolumen.


Wichtig zu wissen: Eine DIN-Norm ist nicht automatisch ein Gesetz. Die DIN 18041 gilt jedoch als anerkannte Regel der Technik – Architekten, Fachplaner und Berufsgenossenschaften legen sie bei Neubau, Sanierung und Arbeitsschutzbewertungen zugrunde. Wer sie ignoriert, hat im Streitfall schlechte Karten.

ASR A3.7 „Lärm“: Was für Arbeitgeber verbindlich ist


Während die DIN 18041 die akustische Qualität definiert, regelt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“ die arbeitsrechtliche Seite. Sie konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung und gilt für alle Arbeitsplätze mit Schalldruckpegeln unter 80 dB(A) – also für
praktisch jedes Büro. Die ASR A3.7 legt fest, wie Lärmbelastungen zu beurteilen und zu reduzieren sind, und stellt dabei auch Anforderungen an die Raumakustik, einschließlich der Nachhallzeit. Für Arbeitgeber besonders relevant ist die sogenannte Vermutungswirkung: Wer die ASR A3.7 einhält, kann davon ausgehen, die gesetzlichen Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung zu erfüllen. Umgekehrt bedeutet das: Ein halliges Großraumbüro ist nicht nur unangenehm, sondern kann ein handfestes Arbeitsschutzthema sein.


Richtwerte: Welche Nachhallzeit für welchen Raum?

Orientierungswerte in Anlehnung an DIN 18041. Der exakte Sollwert hängt vom Raumvolumen und der Nutzungsart ab.
Raumtyp Empfohlene Nachhallzeit Typisches Problem ohne Absorber
Einzelbüro ca. 0,5 s Anstrengende Telefonate und Videocalls
Großraumbüro / Open Space ca. 0,5–0,8 s Hoher Grundpegel, jedes Gespräch trägt durch den Raum
Besprechungs- / Schulungsraum ca. 0,5–0,7 s Schlechte Sprachverständlichkeit, ermüdende Meetings
Aula / Veranstaltungsraum volumenabhängig, ca. 0,8–1,2 s Sprache und Musik verschwimmen
Produktions- / Werkhalle ca. 1,5–2,0 s akzeptabel Lärmpegel summiert sich, erhöhte Unfallgefahr

Als grobe Orientierung: Je kleiner der Raum und je wichtiger die Sprachverständlichkeit, desto kürzer sollte die Nachhallzeit sein. Ein Einzelbüro mit vielen Videocalls braucht rund 0,5 Sekunden, ein Büro mit etwa 100 m² Fläche liegt bei 0,5 bis 0,8 Sekunden, während in einer Produktionshalle 1,5 bis 2,0 Sekunden akzeptabel sind.

Nachhallzeit messen: So findest du heraus, wo dein Raum steht


Für eine erste Einschätzung braucht es keinen Gutachter. Smartphone-Apps und Online-Tools zur Nachhallmessung funktionieren nach demselben Prinzip: Nach einer kurzen Kalibrierung erzeugst du ein lautes Impulsgeräusch – ein Klatschen oder das Platzen eines Luftballons – und die App misst die Abklingzeit. Solche Messungen sind Orientierungshilfen und für eine erste Diagnose völlig ausreichend. Für eine belastbare, normgerechte Bewertung – etwa als Grundlage für eine Investitionsentscheidung oder einen Nachweis gegenüber der Berufsgenossenschaft – ist eine professionelle Analyse der richtige Weg. Bei Quiet Please ist die Erstberatung mit Bedarfsermittlung kostenlo: Du sendest uns die Maße und eine kurze Beschreibung deines Raums, wir entwickeln die passende Akustiklösung und du erhältst innerhalb von 1–2 Stunden ein unverbindliches Angebot.

Wie viel Absorberfläche brauchst du? Faustformel und Berechnung


Die benötigte Menge an Akustikpaneelen hängt vom Raumvolumen, der Möblierung und der Nutzung ab. Für die Praxis hat sich diese Faustformel bewährt: Raumlänge × Raumtiefe × Raumhöhe ÷ 10 = benötigte m² an Akustikpaneelen.


Beispiel: Ein Büro mit 8 m Länge, 5 m Tiefe und 3 m Höhe hat 120 m³ Volumen – benötigt werden also rund 12 m² Absorberfläche, sinnvoll verteilt auf Decke und Wände. Richtig ausgelegt reduzieren Schallabsorber den Nachhall um 60 bis 90 Prozent – Sprachverständlichkeit und Raumkomfort steigen spürbar.


Für Fachplaner: Die genaue Auslegung erfolgt über die Sabine-Formel (T ≈ 0,163 × V ÷ A), die Nachhallzeit, Raumvolumen und äquivalente Absorptionsfläche in Beziehung setzt. Vorhandene absorbierende Flächen wie Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel fließen dabei in die Berechnung ein – je mehr harte Materialien ein Raum hat, desto größer der Effekt zusätzlicher Akustikpaneele.

Diese Maßnahmen erfüllen die Anforderungen


Welche Lösung die richtige ist, hängt von den verfügbaren Flächen und der Raumnutzung ab. In der Praxis kombinieren die meisten Projekte mehrere Maßnahmen:


• Deckenabsorber: Die Decke ist meist die größte zusammenhängende Fläche im Raum und akustisch besonders wirksam – der effizienteste Startpunkt in fast jedem Büro. Zu den QP Deckenpaneelen


• Wandabsorber: Glatte Wände werfen Schall direkt zurück – Wandpaneele brechen diese Reflexionen und lassen sich gestalterisch frei einsetzen, auf Wunsch auch mit individuellem Druck. Zu den QP Wandpaneelen


• Baffeln: Vertikal abgehängte Absorber für hohe Decken, Hallen und Aulen – sie nehmen Schall von beiden Seiten auf und wirken dadurch auf große Volumen besonders effizient. Zu den QP Baffeln

• Akustik-Trennwände: Zonieren Großraumbüros, schützen gegenüberliegende Arbeitsplätze vor Direktschall und schaffen zusätzliche Absorptionsfläche, ohne dass gebohrt werden muss – ideal auch für Mietflächen. Zu den QP Trennwänden


Alle Quiet Please Schallabsorber bestehen aus hochwertigem PET-Vlies, sind recycelbar, emissionsarm und erfüllen mit der Klassifizierung B-s2,d0 nach DIN EN 13501 die Anforderungen an schwer entflammbare Materialien – ein häufiges Kriterium in öffentlichen Gebäuden und gewerblichen Objekten. Für Mieträume gibt es bohrfreie Befestigungen per Magnet- oder Klettsystem, die sich rückstandslos entfernen lassen.

Fazit: Erst messen, dann gezielt absorbieren


Die Regeln sind klarer, als viele denken: 0,5 bis 0,8 Sekunden Nachhallzeit im Büro, definiert über die DIN 18041, arbeitsrechtlich abgesichert über die ASR A3.7. Der Weg dorthin führt über ausreichend Absorptionsfläche an Decke und Wand – berechenbar mit einer einfachen Faustformel, präzise planbar mit professioneller Beratung. Fordere jetzt deine kostenlose Akustikberatung an – du erhältst innerhalb von 1–2 Stunden ein individuelles Angebot, und nach deiner Freigabe liefern wir innerhalb von 10 Werktagen.

Häufige Fragen zur Nachhallzeit im Büro



Welche Nachhallzeit ist im Büro optimal?


Für Büroräume gelten in Anlehnung an DIN 18041 Nachhallzeiten von etwa 0,5 bis 0,8 Sekunden als optimal. Kleine Einzelbüros liegen eher am unteren Ende (ca. 0,5 s), größere Büro- und Besprechungsräume dürfen etwas darüber liegen. In Produktions- und Werkhallen sind 1,5 bis 2,0 Sekunden akzeptabel. Der genaue Sollwert hängt vom Raumvolumen und der Nutzung ab.


Ist die DIN 18041 gesetzlich verpflichtend?


Die DIN 18041 ist als Norm nicht unmittelbar ein Gesetz, gilt aber als anerkannte Regel der Technik und wird in Ausschreibungen, Planungen und von Berufsgenossenschaften als Referenz herangezogen. Über die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“, die die Arbeitsstättenverordnung konkretisiert, werden akustische Anforderungen an Arbeitsräume für Arbeitgeber praktisch verbindlich.


Was regelt die ASR A3.7 „Lärm“?


Die ASR A3.7 „Lärm“ konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung für Arbeitsplätze mit Schalldruckpegeln unter 80 dB(A). Sie regelt, wie Lärmbelastungen zu beurteilen und zu reduzieren sind, und enthält Anforderungen an die Raumakustik – unter anderem an die Nachhallzeit. Hält ein Arbeitgeber die ASR A3.7 ein, kann er davon ausgehen, dass er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt (Vermutungswirkung).


Wie kann ich die Nachhallzeit in meinem Büro messen?

Für eine erste Einschätzung genügen Smartphone-Apps oder Online-Tools: Nach einer kurzen Kalibrierung erzeugt man ein lautes Impulsgeräusch (z. B. Händeklatschen) und misst die Abklingzeit. Solche Messungen sind Orientierungshilfen. Für belastbare, normgerechte Ergebnisse ist eine professionelle Messung erforderlich – Quiet Please bietet dazu eine kostenlose Erstberatung mit Bedarfsanalyse an.


Wie viele Akustikpaneele brauche ich für mein Büro?


Als Faustformel gilt: Raumlänge × Raumtiefe × Raumhöhe ÷ 10 = benötigte Quadratmeter Akustikpaneele. Ein Büro mit 8 × 5 × 3 Metern benötigt demnach rund 12 m² Absorberfläche. Für eine exakte Auslegung nach DIN 18041 wird zusätzlich das Raumvolumen, die Möblierung und die Nutzung berücksichtigt. Richtig ausgelegt lässt sich der Nachhall um 60 bis 90 Prozent reduzieren.


Reichen Wandabsorber aus oder muss auch die Decke behandelt werden?


Das hängt vom Raum ab. Die Decke ist meist die größte zusammenhängende Fläche und akustisch besonders wirksam. In vielen Büros erzielt eine Kombination aus Wand- und Deckenabsorbern das beste Ergebnis. Steht die Decke nicht zur Verfügung, können Wandabsorber und schallabsorbierende Trennwände die nötige Absorptionsfläche liefern.